Theresa Haase berichtet zum Zwischenstand der Heizung

Mit der Frage, wie viel Heizleistung benötigt wird, um den Turm im Winter angenehm warm zu bekommen, beschäftigten sich 20 Studenten im Rahmen eines Wahlpflichtfachs. Eine Frage, die auf den ersten Blick technisch klingt, beim genaueren Hinsehen aber eng mit dem Charakter des Gebäudes selbst verknüpft ist. Denn in einem historischen Gebäude mit dicken, meist ungedämmten Wänden, zugigen Fugen und hohen Räumen gelten andere Regeln als im klassischen modernen Neubau.

Hierfür wurden zunächst die benötigten Heizleistungen in den jeweiligen Räumen errechnet, mittels einer Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Die errechneten Werte wurden anschließend in einer Wandabwicklung in die benötigte Anzahl an Heizkörpern übersetzt, um ein räumliches Konzept zu entwickeln, wie die Heizkörper an den Wänden angeordnet werden könnten. Dabei ging es nicht nur um Technik, sondern auch um die Frage, wie sich die Heizkörper in das Erscheinungsbild der Räume einfügen lassen, ohne deren Charakter zu beeinträchtigen oder zu viel Platz wegzunehmen.

Technische Zeichnung Schnitt
© Theresa Haase

In einem nächsten Schritt ging es ans tatsächliche Arbeiten am Turm. Da die benötigten Heizkörper erst drei Wochen später zur Verfügung standen, wurden zunächst die Wände für die spätere Montage vorbereitet. Hierfür wurde der nicht bauzeitliche Bestandsputz von den Wänden abgekratzt, eine staubige und körperlich fordernde Arbeit, die jedoch notwendig war, um eine saubere und dauerhafte Grundlage für die Montage der Heizkörper zu schaffen.

Studentin bearbeitet Wand
© Theresa Haase
Studierende bearbeiten Wand
© Theresa Haase

Dann konnten die Heizkörper abgeholt werden. Dabei wurde bewusst auf Bestandsheizkörper zurückgegriffen, die bei der Auflösung und Entkernung einer alten Volksbank nicht mehr benötigt worden waren. Ein glücklicher Umstand, denn dadurch konnte auf eine ausreichende Anzahl baugleicher Heizkörper auf einmal zurückgegriffen werden. So konnten den noch intakten Heizkörpern ein neues Leben geschenkt werden.

Bevor die Heizkörper jedoch an die Wand kommen, werden sie sorgfältig geschliffen und von altem Lack und Gebrauchsspuren befreit. Anschließend sollen sie einen einheitlichen Anstrich in Taubenblau erhalten und montiert werden. Angeschlossen werden sie an ein neu zu verlegendes Rohrsystem, das in der vertikalen Erschließung durch die vorhandenen Kaminschächte geführt werden soll. Diese müssen dafür in einem nächsten Schritt aufgebrochen werden, um die Heizungsrohre sinnvoll darin verlegen zu können. Der bestehende ungenutzte Kaminschacht bietet sich dafür besonders an, da er einen Anschlusspunkt in jedem Geschoss bietet, ohne tief in die historische Bausubstanz einzugreifen.

So werden die neuen Heizkörper nicht nur funktionale Wärmespender, sondern auch ein bewusst gesetztes gestalterisches Element im Inneren des Turms.

Heizkörper an Wand
© Theresa Haase

Projektbeteiligte: Prof. Wolfgang Nowak, Theresa Haase

Studierende: Larissa Alscher, Rafael Arnold, Susanne Birk, Neil Buffinton, Tokan Bürger, Michael Burkhard, Jacqueline Burkhart, Kevin Damm, Fabian Friedrich, Louisa Jäger, Letizia Korda, Hannah Krist, Mohamed Rahmeni, Kubilay Sahin, Max-Emanuel Schmid, Emma Schraml, Marco Martin Simon, Levin Wallner, Alexandra Wöger